Interview mit Ring-Wintersportler Martin Fleig vor der Saison 2019/20

Im Vorfeld führte Michael Weymann ein Interview mit Martin Fleig, dem Parasportler des Jahres 2018, Paralympics-Sieger und mehrfachem Weltmeister im Para Ski Nordisch

Weymann: Was bewegt Sie Skilanglauf und Biathlon zu betreiben?

Fleig: Ich finde es ist etwas Besonderes, als Mensch mit Behinderung, sich im Winter im Freien bewegen zu können. Einfach frei zu sein, sich mit dem Sportgerät im Schnee bewegen zu können. Das ist als Rollstuhlfahrer ja wirklich nichts Alltägliches. Es ist schon etwas Besonderes für mich. 


Weymann: Welche Gründe gibt es, dass Sie sich für den Leistungssport entschieden haben?

Fleig: Ich habe es ja relativ früh angefangen. Es gehört zu mir und ich habe es lieben gelernt, Wettkämpfe zu bestreiten, mein Bestes zu geben und zu zeigen was ich kann. Das reizt mich an der Geschichte. Speziell der Biathlon ist für mich faszinierend, weil man ja auf der Runde, in der Loipe, vollkommen verausgaben soll und dann am Schießstand die Ruhe, Konzentration und Fokussierung zu bewahren um die Scheiben abzuräumen. Das ist für mich der besondere Reiz an der Sache, der Spagat zwischen diesen zwei Sachen. Und der Umstand, dass man um die ganze Welt reisen kann, ist natürlich auch noch ein großer Anreiz, den Wettkampfsport zu betreiben. Das alles macht mir einfach einen sehr großen Spaß, bis jetzt.


Weymann: Sie sind nun schon lange im Wintersport aktiv. Schildern Sie doch einmal Ihren Werdegang.

Fleig: Ich habe mit neuen Jahren angefangen. Damals war ich in Wasser auf der Behindertenschule und ein oder zweimal die Woche mit meiner Mutter zusammen beim Schwimmkurs. Zu der Zeit hat der Förderverein des Nordischen Skisports auch schon Nachwuchs gesucht und hat dabei meinen Schwimmlehrer drauf angesprochen, ob er vielleicht jemand in seiner Schwimmgruppe hätte, der Gefallen finden könnte am nordischen Skisport, die Voraussetzung mitbringt und diesen mal auszuprobieren möchte. Er kam dann gleich auf mich, beziehungsweise hat meine Mutter darauf angesprochen. Sie hat gleich gesagt, das probieren wir mal aus. Daraufhin bin ich eingeladen worden zu meinem ersten Lehrgang. Danach bin ich immer wieder zu Lehrgängen eingeladen worden und hab dann mehr und mehr, das war nicht gleich von Anfang an, Gefallen daran gefunden. Irgendwann habe ich dann, so mit 15 Jahren, das erste Mal ein Biathlongewehr in der Hand gehabt. Damals habe ich noch gesagt, das macht mir überhaupt keinen Spaß, ich treffe ja nichts, ich mache nie Biathlon und ich will eigentlich nur Langlauf machen. Es war ja damals so, dass das Gewehr nicht gepasst hat, es war viel zu groß und deswegen habe ich auch nichts getroffen. Hauptsächlich deswegen habe ich mir das damals nicht vorstellen können, Biathlon zu machen. Ich bin aber trotzdem immer wieder drangeblieben, habe es später dann doch immer wieder mal probiert. Irgendwann bin ich dann, über meine Heimtrainerin, zu meinem eigenen Gewehr gekommen und hab dann auch ein wenig mehr einen Draht dazu gefunden. Dann kamen auch bei kleineren Wettkämpfen, Süddeutschen Meisterschaften 2001 oder 2002 glaube ich war das, die ersten Erfolge zustande. Und dann hat sich das so Schritt für Schritt weiterentwickelt. Dann kam auch die erste Teilnahme an Deutschen Meisterschaften, das war dann auch ganz gut. Über die Jahre ging es dann weiter aufwärts. 2006 bin ich dann in den Kader der Nationalmannschaft gekommen, dürfte dann auch schon zu Weltcupveranstaltungen mit und auch zu Trainingsmaßnahme. Dann war ich 2009 bei meiner ersten Weltmeisterschaft dabei. Da habe ich noch, ehrlich gesagt, ganz schön auf den Sack gekriegt. Ich musste also noch ganz viel Lehrgeld bezahlen. Das hat aber nichts gemacht, ich war noch ein junger Kerl und bin da noch ohne Erwartung rangegangen. Klar will man trotzdem irgendwie zeigen was man drauf hat, aber es hat einfach noch nicht gereicht. Es hat dann noch ein paar Jahre lang gedauert. Die Qualifikation für die Paralympics 2010 habe ich knapp verpasst und habe 2011 noch eine WM mitgemacht. Dann war 2013 die nächste WM, da waren die Ergebnisse schon deutlich besser. So Top Ten Platzierung habe ich damals glaub ich schon errungen gehabt. 2015 dann, bei der WM in Cabel / USA, habe ich meine erste Medaille im 12,5 km Biathlon Rennen gewonnen. Und seitdem habe ich mich immer besser in der Weltspitze etablieren können. Bei den Paralympics 2014 in Sotschi war ich das erst Mal dann dabei. Da war die Konkurrenz auch noch ein Bisschen zu stark für mich. Ich habe dort zwar gute Platzierung, auch Top Ten Platzierung, erlaufen. Bis ganz nach vorne hat es nicht gereicht. Ein Jahr später bei der WM 2015 habe ich es dann einmal aufs Podium geschafft und war einmal Vierter im Langlauf. Seitdem geht es relativ gut voran, sag ich mal. Immer wieder kleine Unterbrechung oder vielleicht nicht ganz so erfolgreiche Phasen, gab es schon. Aber das gibts ja immer wieder so kleine Rückschläge. 2017 bei der WM habe ich 4 Medaillen gewinnen können, zweimal Gold und zweimal Bronze, im Langlauf und im Biathlon. Und seitdem läuft es richtig gut. 2018 bei den Paralympics dann der Sieg über die 15 km Biathlon. Letzten Winter, also Anfang dieses Jahres, habe ich wieder bei der WM vier Medaillen gewonnen. Diesmal zweimal Gold und zweimal Silber. Auch wieder im Langlauf und im Biathlon. Und jetzt bin ich natürlich gespannt darauf wie es weitergeht.


Weymann: Was war Ihr größtes Erlebnis in Ihrer sportlichen Karriere?

Fleig: Was soll ich sagen? Da bleibt mir eigentlich nur der Paralympics-Sieg übrig. Natürlich war die Heim WM 2017 in Finsterau auch gigantisch. Weil es einfach auch zuhause war, das ist nochmal was ganz Besonderes. Ein Teil meiner Familie war da anwesend. Und vor der Familie, oder vor Heimpublikum, zu zeigen das man es drauf hat und da wirklich erfolgreich zu sein ist natürlich ganz klar was Besonderes. Das habe ich natürlich auch sehr genossen und es kommt sehr nahe an Pyeongchang, an die Goldmedaillen bei den Paralympics. Aber so ein Paralympics Sieg überstrahlt für mich persönlich alles. Auch was es dann bewirkt hat und was es mit sich gebracht hat war natürlich unvorstellbar schön. Eine richtig spannende Zeit, mit den ganzen Terminen die danach kam. Ehrungen beim Bundespräsidenten oder beim Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg und lauter so ganz tolle Erfahrungen und Termine, die ich wahrnehmen durfte. Deswegen ist es für mich eigentlich das Allergrößte gewesen bisher.


Weymann: Wo Sie es gerade auch ansprechen. Wird Ihrer Meinung nach der Para-Sport in der Öffentlichkeit, von den Medien und der Politik genügend gewürdigt?

Fleig: Eine gute Frage. Also ich finde, da ich jetzt wie gesagt auch schon einige Jahre dabei bin, dass sich da einiges getan hat. Positiv gemeint, also es hat sich schon einiges in die richtige Richtung bewegt was die mediale Aufmerksamkeit angeht. Auch die Wahrnehmung der Gesellschaft hat sich etwas verbessert oder zum Guten gewandt. Selbst ich bin nach meinem Paralympics Sieg das ein oder andere Mal einfach angesprochen worden, von Wildfremden, die ich nicht gekannt habe. „Moment mal sie sind doch die Person, der aus dem Fernsehen, können wir nicht ein Autogramm haben“. Das war echt ganz cool, eine schöne Erfahrung. Ich glaube auch, dass die Leute, dadurch dass unser Sport auch in den Medien jetzt präsenter ist, auch so langsam aber sicher mehr Interesse zeigen. Auch Interesse daran, wie funktioniert das eigentlich alles mit Behinderung, wie wird das Alles gewertet, wie tritt man da gegeneinander an und so weiter. Das ist für mich schon auf gutem Weg, wobei ich das schon auch noch bisschen mehr Potential sehen. Es gibt sicher noch einige Stellschrauben, die man noch verbessern könnte in der Richtung.


Weymann: Welche Ziele haben Sie für diese anstehende Winter-Saison 2019/20?

Fleig: Die kommende Saison ist zweifelsohne eine Besondere. Nicht nur weil wieder eine WM auf dem Plan steht, sondern auch weil wir Heim-Weltcups haben, und zwar gleich zwei. Einmal werden wir in Dresden, bei den Sprint Wettkämpfen der nichtbehinderten Langläufer teilnehmen dürfen. Natürlich als eigener Wettkampf, aber im Rahmen der Gesamtveranstaltung dort. Das ist was ganz Besonderes. Da will man natürlich dann auch zeigen, dass man international da auf jeden Fall konkurrenzfähig ist. Das ist das eine Ziel, sich bei den Weltcups im heimischen Deutschland zu beweisen. Das andere ist im März die reine Biathlon WM. Auch das ist was Neues und gab es noch nie. Dort möchte ich natürlich auch zeigen, dass an die Erfolge aus der letzten Saison ich anknüpfen kann.


Weymann: Wie sieht Ihre langfristige Planung, über die anstehende Saison hinaus, aus?

Fleig: Diese Frage kam schon echt oft jetzt in den letzten 365 Tage. Ich möchte mich nicht festlegen, was jetzt noch auf dem Plan steht, was langfristig gesehen Ziele wären. Einfach auch weil im privaten Umfeld sich einiges geändert hat. Ich bin jetzt von zuhause ausgezogen und bin seit Juni verlobt. Deswegen sind jetzt auch einige andere Dinge wichtig. in meinem Leben. Deswegen habe ich gesagt oder sage ich immer wieder, dass ich von Saison zu Saison schauen möchte. Ich möchte mich auf die die anstehende Saison fokussieren, konzentrieren und wirklich versuchen mein Bestes zu geben und alles rauszuholen was geht. Und danach zu reflektieren, zu was hat gereicht, wie sind die Ergebnisse. Wenn sie nicht so gut waren, vielleicht drüber sprechen und reflektieren an was kann es gelegen haben. Wenn es gut war dann ist es eh in Ordnung, dann fragt eh keiner wie ist für mich war. Das ist einfach, waren die Ergebnisse gut, dann war es auch für mich gut. Dann ist auch die Frage beantwortet ob man weitermacht. Wenn man jetzt nur noch hinterherläuft? Ich glaube ich habe mittlerweile auch der Anspruch nicht nur 5., 6., 7., 8. Plätze zu erreichen, sondern auch wirklich aufs Podest zu laufen. Und wenn das jetzt nicht klappen sollte, oder nicht mehr, dann muss man halt reflektieren. Es gibt dann zwei Möglichkeiten. Entweder man sagt man versucht nochmal anderen Weg, beispielsweise über das Training etwas zu verändern. Oder man sagt, okay ich muss mir eingestehen es funktioniert einfach nicht mehr. Und dann habe ich jetzt noch anderes in meinem Leben was auch noch wichtig ist und kann mich dann auf diese Sachen konzentrieren. Kurzum ich schaue von Saison zu Saison wie es ist und entscheide dann nach der Saison jeweils wie es weiter geht.


Weymann: Können sie einmal schildern, wie eine Trainingswoche bei Ihnen aussieht.

Fleig: Eine Trainingswoche sieht bei mir eigentlich immer ziemlich gleich aus. Wir haben zwar immer wieder eine Woche die strenger ist, also die mehr Trainingsstunden beinhaltet und mal weniger. Einfach damit ich ein Bisschen pausiere und auch die Regeneration nicht vernachlässigt wird. Ich muss, was heißt ich muss ich darf, neben her ja noch arbeiten als Verwaltungsfachangestellter beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald in Freiburg. Und da ist es dann so, dass ich Montag, Mittwoch und Freitag immer am Vormittag arbeiten gehen. Also sprich, kurz nach 7 Uhr anfange und bis 12 Uhr arbeite. Danach habe ich dann Zeit fürs Training und für andere Dinge. Dienstag und Donnerstag trainiere ich vor der Arbeit einmal, gehe dann von 11Uhr bis 15 Uhr ins Büro, um zu arbeiten. Dann geht es nochmal zum Training. Das heißt, dass ich an den Tagen zweimal trainiere. An den Wochenenden ist am Samstag meistens eine lange ruhige Trainingseinheit angesagt. Der Sonntag trainingsfrei. Das heißt, ich habe in der Woche einen freien Tag, wo ich mich dann auch regenerieren kann. So hat es sich eigentlich auch ganz gut bewährt, über die Jahre. In meiner Sportart ist es natürlich auch so, dass man paar Jährchen braucht, um wirklich Fuß zu fassen und irgendwie ansatzweise hinterherzukommen. Wir haben jetzt auch diese Saison den Trainingsplan stark umgestellt. Wir haben schon sehr früh Intervalle, also Intensität, mit eingebaut in den Trainingsplan. Und das sieht man jetzt dann hoffentlich, dass es sich bewährt. Schauen wir dann mal wie es läuft. Das ist einfach jetzt mal ein bisschen ein Test, weil man seinem Körper auch mal was Neues bieten muss, damit er sich steigern kann. Das haben wir jetzt damit auch versucht. Die Leistungstests, die wir bisher gemacht haben, da sehen die Vorzeichen gut aus, dass ich in guter Form bin. Wenn es so bleibt, und ich nicht noch krank werden sollte, können wir eigentlich davon ausgehen, dass der Einstieg in die Saison gut wird.


Weymann: Welche Inhalte umfasst Ihr Training?

Fleig: Ich geh zweimal die Woche in den Olympia Stützpunkt in Freiburg, dort mache ich an den Geräte Krafttraining oder bin mit den Skirollern auf dem Laufband, das wir neuerdings dort haben, um Techniktraining zu machen. Besser kann man Technik nicht trainieren als auf diesem Laufband. Auch Motorik-Training oder Ergometer-Training, solche Geschichten, finden dort statt. Dann bin ich zweimal die Woche, mit vielen anderen aus der Mannschaft, am Notschrei für Biathlon-Komplex-Training. Das ist am Mittwoch und Freitag. Die anderen Tage fahre ich im Handbike durch den ganzen Landkreis oder bin mit den Skirollern unterwegs. Im Sommer steht ab und zu auch mal Schwimmtraining an, einfach um ein bisschen eine andere Bewegung noch mit rein zu bekommen, und vor allem bei der Hitze auch trainieren zu können.


Weymann: Wie sehen Sie die finanzielle Ausstattung des Para-Spitzensports in Deutschland, auch im Vergleich zu anderen Ländern?

Fleig: Vergleichend kann ich nicht so eine Aussage treffen, weil ich gar nicht so richtig informiert bin, wie es in anderen Ländern ist. Ich weiß nur, dass zum Beispiel die Leute aus Kanada, zwar ein Gehalt für den Sport bekommen, sind quasi Profisportler, müssen nebenher nicht arbeiten. Sie bekommen aber keine Prämien für irgendwelche großen Erfolge. Von den Ukrainern weiß ich, dass sie für Spitzenplatzierungen viel viel mehr Geld erhalten als wir.  Ich glaube, dass wir jetzt was die Siegprämien angeht gut aufgestellt sind. Der Schritt die paralympische Siegprämie an die Prämie der nichtbehinderten Athleten anzugleichen, das war ein guter und notwendiger Schritt. Das habe ich als sehr gut empfunden. Allerdings im internationalen Vergleich ist trotzdem, was ich jetzt weiß, noch nicht wirklich gut. Da gibt es andere Länder, die sind da besser aufgestellt. Es gibt jetzt allerdings seit diesem Jahr für die Kader-Förderung deutlich mehr Geld von der Deutschen Sporthilfe. Und seitdem würde ich sagen sind wir da echt ganz gut dran, gerade was auch die Trainingsunterstützung angeht. Nicht nur punktuell auf irgendwelche großen Erfolge abgestimmte Prämien, sondern auch die Trainingsunterstützung unterm Jahr. Da merkt man jetzt wirklich, okay da wollen einige Leute uns gut unterstützen, die wollen das tatsächlich, das haben sie jetzt damit auch echt bewiesen. Das ist ein wichtiger Schritt gewesen, mit dem man echt zufrieden sein kann. Auf jeden Fall hat sich da schon auch was getan.


Weymann: Wie sieht es aus mit Sponsoren?

Fleig: Die Situation individuell gesehen ist schwierig, Unternehmen oder irgendwelche Sponsoren für sich selbst so zu begeistern. Das ist meine Erfahrung. Ich muss aber offen gestanden sagen, dass ich mich jetzt nicht großartig mit der Sponsorensuche auseinandergesetzt habe. Auch weil ich gar nicht die Energie und die zeitliche Kapazität habe, um mich auch noch mit so etwas zu beschäftigen. Das klingt jetzt ein bisschen komisch vielleicht für den ein oder anderen. Aber ich habe nun mal eine 20 Stunden Woche, was das Training angeht, und nochmal 20 Stunden in der Arbeit, also eine 40 Stunden Woche. Das haben viele andere auch, das weiß ich, aber sich noch mit Sponsorensuche auseinanderzusetzen, wo man ja auch dann ein bisschen Substanz braucht, das habe ich einfach nicht gemacht. Aber ich muss sagen, dass wir als Mannschaft gesehen mittlerweile sehr gut aufgestellt sind. Wir haben jetzt mehrere gute Kontakte zu einigen Unternehmen herstellen können. Das Eine oder Andere vielleicht auch mit Glück, aber das gibt halt auch mal. Und deswegen sind wir, als Ski Nordisch Team ganz gut aufgestellt, was Sponsoren angeht. Aber wie gesagt, in der individuellen Förderung wird es sehr schwierig Interessenten zu finden. 


Weymann: Mit welchen Argumenten würden Sie jemanden versuchen zu überzeugen Skilanglauf und Biathlon zu betreiben?

Fleig: Ja, das ist eigentlich gar nicht so schwer. Man findet viele nette Leute, mit denen man Kontakt haben kann. Man kann viel in der Welt herumreisen. Das sind so die Spaßfaktoren für mich, die der Leistungssport mit sich bringt. Wie vorhin schon gesagt, die Bewegung an der frischen Luft und trotz meiner Behinderung sich durch den Schnee bewegen zu können, sind ganz besondere Dinge für mich. Sich mit anderen zu messen, das ist vielleicht bisschen was Individuelleres, das muss man mögen. Das tägliche Training ist auch nicht immer schön, man hat nicht immer Lust drauf. Wenn zum Beispiel das Wetter draußen nicht schön ist, dann muss man trotzdem trainieren, wenn man Ziele vor Augen hat, die man erreichen will. Das gehört alles aber dazu. Im Nachhinein kann man aber auch stolz auf sich sein, wenn man dann tatsächlich seine Ziele erreicht hat, oder zumindest ein Teil davon. Dann kann man immer wieder sagen, okay ich habe es durchgezogen und kann stolz auf mich sein. Das ist für mich persönlich der Ansporn den Sport zu machen. Und das würde ich auch so weitergeben an andere Leute, um sie zu motivieren den Sport auszuprobieren. Ich sage auch immer, trotz Behinderung soll man nicht danach Leben was man nicht kann, sondern nach dem was möglich ist. Und der Sport ist eine Sache, die in heutiger Zeit, auf jeden Fall umsetzbar ist.


Weymann: Vielen Dank, Herr Fleig, für das aufschlussreiche Gespräch.